Hafenprofil · Deutschland · Oldenburg
Hafen Oldenburg – Daten, Agrargüter & Baustoffe
Der Hafen Oldenburg ist ein kombinierter See- und Binnenhafen im Nordwesten Niedersachsens. Agrargüter, Baustoffe, Sekundärrohstoffe und Projektladung bilden die wichtigsten Umschlagsegmente. Über Hunte und Küstenkanal ist der Hafen sowohl mit der Nordsee als auch mit dem deutschen Binnenwasserstraßennetz verbunden. Dieses Hafenprofil bündelt Kennzahlen, Güterverkehr, Infrastruktur und Schiffsbewegungen.
Hafenprofil
Hafen Oldenburg im Überblick
Der Hafen Oldenburg liegt am Schnittpunkt der Seewasserstraße Hunte und der Binnenwasserstraße Küstenkanal. Dadurch können sowohl Seeschiffe als auch Binnenschiffe den Hafen erreichen.
Hafen auf einen Blick
| UN/LOCODE | DEOLO |
|---|---|
| Land | Deutschland |
| Stadt | Oldenburg |
| Region | Niedersachsen |
| Wasserstraße | Hunte / Küstenkanal |
| Hafentyp | See- und Binnenhafen / Universalhafen |
| Hafenbehörde | Stadt Oldenburg – Hafenbüro |
| Hafenmarketing | Oldenburger Hafenwirtschaftsgemeinschaft e. V. |
| Betreiber | Stadt Oldenburg (Oldb) |
Aktuelle Hafendaten
Oldenburg: aktuelle Kennzahlen
Die wichtigsten verfügbaren Hafenkennzahlen werden zentral im Schiffsradar-Datenportal gepflegt und können unabhängig von den redaktionellen Inhalten aktualisiert werden.
Lage und Bedeutung des Hafens Oldenburg
Oldenburg liegt im Zentrum der Weser-Ems-Region. Über die Hunte besteht eine Verbindung zur Weser und weiter zur Nordsee, während der Küstenkanal den Hafen mit dem deutschen Binnenwasserstraßennetz verbindet.
Landseitig ist der Hafen über die Autobahnen A28 und A29 erschlossen. Eigene Gleisanschlüsse verbinden mehrere Umschlagterminals mit dem Netz der Deutschen Bahn.
Für regionale Vergleiche sind insbesondere Bremen, Brake, Leer und Papenburg relevant.
Die Kombination aus See- und Binnenschifffahrt sowie Bahn- und Straßenanbindung macht den Hafen zu einem trimodalen Logistikstandort.
Hafenverkehr
Güterumschlag im Hafen Oldenburg
Agrargüter und Baustoffe bilden den größten Teil des Oldenburger Hafenumschlags.
Im Jahr 2025 wurden im Hafen Oldenburg nach Angaben der Stadt insgesamt 1.106.731 Tonnen Güter umgeschlagen.
Damit bewegt sich der Hafen seit mehreren Jahren relativ stabil in einer Größenordnung von rund einer Million Tonnen jährlich.
Zeitreihe
Entwicklung des Güterumschlags
Die Oldenburger Hafenstatistik reicht über mehrere Jahrzehnte zurück und zeigt eine vergleichsweise stabile Entwicklung des Wirtschaftsstandorts.
Jahreswerte
2015–2024| Jahr | Wert | Veränderung | Quelle |
|---|---|---|---|
| 2015 | 76.000 t | – | Eurostat |
| 2016 | 66.000 t | -13,2 % | Eurostat |
| 2017 | 63.000 t | -4,5 % | Eurostat |
| 2018 | 80.000 t | +27,0 % | Eurostat |
| 2019 | 67.000 t | -16,3 % | Eurostat |
| 2020 | 73.000 t | +9,0 % | Eurostat |
| 2021 | 66.000 t | -9,6 % | Eurostat |
| 2022 | 80.000 t | +21,2 % | Eurostat |
| 2023 | 107.000 t | +33,8 % | Eurostat |
| 2024 | 21.000 t | -80,4 % | Eurostat |
Quelle: Eurostat
Diese Zeitreihe verwendet für jedes Jahr dieselbe standardisierte Ranking-Quellenlogik (ranking_de). Damit bleiben die Werte zwischen Häfen und Jahren methodisch vergleichbar. Materialisierte Jahreswerte aus Quartalsdaten werden nur verwendet, wenn der jeweilige Import eine vollständige Q1–Q4-TOTAL-Reihe validiert hat. Fehlende Jahre werden nicht als 0 ergänzt.
Die Stadt weist für 2023 einen Gesamtumschlag von rund 1,135 Millionen Tonnen, für 2024 rund 1,093 Millionen Tonnen und für 2025 rund 1,107 Millionen Tonnen aus.
Agrarlogistik
Getreide, Futtermittel und Dünger
Landwirtschaftliche Güter bilden die wichtigste Gütergruppe im Hafen Oldenburg.
Nach Angaben der Stadt entfallen langfristig rund 46 Prozent des Gesamtumschlags auf landwirtschaftliche Güter.
Zu den wichtigsten Ladungen gehören Getreide, Futtermittel und Düngemittel. Große Silo- und Bodenspeicher ermöglichen die Lagerung erheblicher Mengen.
ca. 46 %
Anteil landwirtschaftlicher Güter am Gesamtumschlag.
110.500 t
Verfügbare Silo- und Bodenspeicherkapazität.
Oldenburg besitzt eine wichtige Versorgungsfunktion für die landwirtschaftlich geprägte Weser-Ems-Region.
Baustofflogistik
Sand, Kies, Steine und Baustoffe
Baustoffe bilden die zweitgrößte wichtige Gütergruppe des Oldenburger Hafens.
Die Stadt nennt für Sand, Kies, Natursteine und Splitt einen Anteil von rund 36 Prozent am gesamten Hafenumschlag.
Der Transport großer Mengen per Binnen- oder Seeschiff reduziert den Bedarf an langen Straßentransporten und macht den Hafen besonders für regionale Bau- und Infrastrukturprojekte interessant.
Zusammen stellen Agrargüter und Baustoffe den weit überwiegenden Teil der Oldenburger Hafenleistung.
Weitere Ladungen
Sekundärrohstoffe und Projektladung
Neben den großen Agrar- und Baustoffsegmenten werden weitere Güter über Oldenburg transportiert.
Die Hafenwirtschaft nennt insbesondere Sekundärrohstoffe und Projektladung als weitere wichtige Geschäftsfelder.
Produzierende Unternehmen im Hafengebiet können Rohstoffe per Schiff erhalten und eigene Produkte direkt über den Hafen versenden.
Hafenanlagen
Infrastruktur des Hafens Oldenburg
Die Infrastruktur ist auf Massen-, Stück- und Projektgüter sowie kombinierte Verkehrswege ausgerichtet.
ca. 51 ha
Gesamte gewerbliche Hafenfläche.
1.900 m
Vier Flusskajen für den Güterumschlag.
300 m
Zusätzliche Stand- und Liegeplätze.
> 200.000 m²
Verfügbare Lagerkapazitäten im Hafen.
Agrarterminals
Silo- und Umschlaganlagen für Getreide, Futtermittel, Dünger und weitere landwirtschaftliche Güter.
Baustoffterminals
Spezialisierte Anlagen für Sand, Kies, Natursteine, Splitt und weitere Baurohstoffe.
Bahnanbindung
Mehrere Umschlagterminals besitzen direkte Anschlussgleise an das Netz der Deutschen Bahn.
Projekt- und Stückgutflächen
Kran- und Lagertechnik ermöglicht neben Massengütern auch Stück- und Projektladungen.
Nautik
Welche Schiffe können Oldenburg erreichen?
Die Hunte verbindet den Hafen mit der Weser und ermöglicht auch den Zugang für kleinere Seeschiffe.
93 km
Entfernung des Hafens von der Nordsee.
bis 110 m
Maximal angegebene Schiffslänge.
bis 4,50 m
Maximal angegebener Tiefgang.
bis 45 t
Maximale angegebene Kranleistung.
See- & Binnenschifffahrt
Hunte und Küstenkanal
Die Lage am Übergang zwischen See- und Binnenwasserstraße ist ein zentrales Merkmal des Hafens.
Über die Hunte gelangen Schiffe zur Unterweser und weiter zur Nordsee. In der anderen Richtung verbindet der Küstenkanal Oldenburg mit dem deutschen Binnenwasserstraßennetz.
Dadurch ist der Hafen auch eine Durchgangsstation für Binnenschiffe zwischen Rhein-Ruhr-Raum und Weser-Ems-Region.
Schiffsbewegungen
Schiffsanläufe im Hafen Oldenburg
Binnenschiffe dominieren den Verkehr, während zusätzlich regelmäßig kleinere Seeschiffe den Hafen erreichen.
Jahreswerte
2015–2023| Jahr | Wert | Veränderung | Quelle |
|---|---|---|---|
| 2015 | 50 calls | – | Eurostat |
| 2016 | 43 calls | -14,0 % | Eurostat |
| 2017 | 42 calls | -2,3 % | Eurostat |
| 2018 | 52 calls | +23,8 % | Eurostat |
| 2019 | 47 calls | -9,6 % | Eurostat |
| 2020 | 48 calls | +2,1 % | Eurostat |
| 2021 | 40 calls | -16,7 % | Eurostat |
| 2022 | 47 calls | +17,5 % | Eurostat |
| 2023 | 58 calls | +23,4 % | Eurostat |
Quelle: Eurostat
Diese Zeitreihe verwendet für jedes Jahr dieselbe standardisierte Ranking-Quellenlogik (ranking_de). Damit bleiben die Werte zwischen Häfen und Jahren methodisch vergleichbar. Materialisierte Jahreswerte aus Quartalsdaten werden nur verwendet, wenn der jeweilige Import eine vollständige Q1–Q4-TOTAL-Reihe validiert hat. Fehlende Jahre werden nicht als 0 ergänzt.
Die Stadt nennt im langjährigen Durchschnitt etwa 1.000 Binnenschiffe und 60 Seeschiffe pro Jahr.
An der Schleuse Oldenburg werden jährlich rund 4.000 Schiffe mit ungefähr zwei Millionen Tonnen Ladung in beide Richtungen geschleust. Diese Schleusenbewegungen sind jedoch nicht identisch mit Hafenanläufen.
Hafenvergleich
Oldenburg im Vergleich mit anderen deutschen Häfen
Oldenburg gehört zu den umschlagsstärkeren Binnenhäfen Niedersachsens, lässt sich aufgrund seiner kombinierten See- und Binnenhafenfunktion aber nur eingeschränkt mit klassischen Seehäfen vergleichen.
Rankingpositionen
Positionen aus den standardisierten Rankingquellen; Profilwerte können davon methodisch abweichen.
Fragen & Antworten
FAQ zum Hafen Oldenburg
Ist Oldenburg ein Seehafen?
Ja. Oldenburg ist ein kombinierter See- und Binnenhafen. Kleinere Seeschiffe erreichen den Hafen über Weser und Hunte.
Wie viel Güter werden im Hafen Oldenburg umgeschlagen?
Im Jahr 2025 weist die Stadt Oldenburg einen Gesamtumschlag von 1.106.731 Tonnen aus.
Welche Güter werden in Oldenburg umgeschlagen?
Besonders wichtig sind Getreide, Futtermittel, Düngemittel sowie Sand, Kies, Natursteine und Splitt. Hinzu kommen Sekundärrohstoffe und Projektladung.
Welche Gütergruppe ist in Oldenburg am wichtigsten?
Landwirtschaftliche Güter stellen nach Angaben der Stadt rund 46 Prozent des Hafenumschlags. Baustoffe folgen mit etwa 36 Prozent.
Wie groß ist der Hafen Oldenburg?
Die Hafenfläche beträgt rund 51 Hektar. Für den Umschlag stehen etwa 1.900 Meter Flusskajen sowie zusätzliche Liegeflächen zur Verfügung.
Wie groß dürfen Seeschiffe in Oldenburg sein?
Die Hafenwirtschaft nennt Seeschiffe bis etwa 110 Meter Länge und bis zu 4,50 Meter Tiefgang.
Hafenprofile
Weitere Häfen vergleichen
Über die weiteren Hafenprofile lassen sich Kennzahlen,
Verkehrsentwicklung und Infrastruktur anderer Häfen mit
Oldenburg vergleichen.
Statistiken
Oldenburg in den deutschen Hafenstatistiken
Weitere Hafenvergleiche und Zeitreihen finden sich in den übergeordneten Statistikbereichen von Schiffsradar.org.
Datenbasis
Quellen und Methodik
Für Oldenburg werden bevorzugt offizielle Angaben der Stadt Oldenburg, der Hafenbehörde und der Oldenburger Hafenwirtschaft sowie standardisierte amtliche Hafenstatistiken verwendet. Gesamtumschlag, Bahnumschlag, See- und Binnenschiffsverkehr werden bei unterschiedlichen Definitionen getrennt behandelt.

