Hafenprofil · Deutschland · Husum

Hafen Husum – Daten, Agrargüter, Futtermittel & Außenhafen

Der Hafen Husum ist ein landeseigener Nordseehafen an der schleswig-holsteinischen Westküste. Der wirtschaftlich genutzte Außenhafen dient vor allem dem Umschlag von Futtermitteln, Dünger und weiteren Agrargütern. Daneben spielen Werftwirtschaft, Fischerei und weitere maritime Dienstleistungen eine Rolle. Dieses Hafenprofil bündelt Kennzahlen, Güterverkehr, Hafenbereiche, nautische Entwicklung und Schiffsverkehr.

Husum
Nordsee · Nordfriesland
Tideabhängiger Hafen
Agrar- und Wirtschaftshafen

Hafenprofil

Hafen Husum im Überblick

Der Hafen Husum besteht aus einem innenstadtnahen Binnenhafen und dem wirtschaftlich genutzten Außenhafen. Der Binnenhafen wird überwiegend für Freizeit- und touristische Nutzungen verwendet, während der Außenhafen der gewerblichen Schifffahrt dient.

Hafen auf einen Blick

UN/LOCODE DEHUS
Land Deutschland
Stadt Husum
Region Schleswig-Holstein
Wasserstraße Husumer Au / Nordsee
Hafentyp Seehafen / Wirtschafts-, Versorgungs- und Fischereihafen
Hafenbehörde Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH)
Hafenmarketing Hafen Husum / LKN.SH
Betreiber Land Schleswig-Holstein / LKN.SH
Datenhinweis: Binnenhafen und Außenhafen erfüllen unterschiedliche Funktionen. Für Güterumschlag und Hafenstatistiken ist insbesondere der wirtschaftlich genutzte Außenhafen relevant.

Aktuelle Hafendaten

Husum: aktuelle Kennzahlen

Die wichtigsten verfügbaren Hafenkennzahlen werden zentral im Schiffsradar-Datenportal gepflegt. Fehlende Werte werden nicht automatisch als Null dargestellt.

Lage und Bedeutung des Hafens Husum

Husum liegt an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste in Nordfriesland. Der Hafen ist über die Husumer Au mit dem Wattenmeer und der Nordsee verbunden.

Für die regionale Wirtschaft besitzt der Außenhafen insbesondere als Versorgungs- und Agrarhafen Bedeutung. Futtermittel, Dünger und weitere landwirtschaftliche Produkte werden auf dem Seeweg angeliefert oder verschifft.

Das Land Schleswig-Holstein bezeichnet Husum als landeseigenen Hafen. Der wirtschaftlich genutzte Außenhafen wird vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein betrieben.

Vergleichbare kleinere norddeutsche Hafenstandorte sind insbesondere Büsum und die weiter südlich gelegenen Nordseehäfen Brunsbüttel und Stade.

Charakteristisch für Husum:
Der Hafen ist ein tideabhängiger regionaler Wirtschaftshafen mit besonderer Bedeutung für Agrargüter und die Versorgung der nordfriesischen Wirtschaft.

Seeverkehr

Güterumschlag im Hafen Husum

Der gewerbliche Hafenverkehr konzentriert sich vor allem auf Agrar- und Versorgungsgüter.

Das Hafen- und Logistikkonzept Schleswig-Holstein beschreibt Husum als einen Hafen mit über längere Zeit relativ stabilem Umschlag von mehr als 300.000 Tonnen jährlich. Besonders wichtig sind Futtermittel, Dünger und weitere Agrarprodukte.

Diese Mengen verdeutlichen die regionale Funktion des Hafens. Ohne eine leistungsfähige Schiffsanbindung müssten größere Mengen dieser Güter über Straße oder andere Verkehrsträger transportiert werden.

Die Angabe von mehr als 300.000 Tonnen stammt aus dem Hafen- und Logistikkonzept des Landes und beschreibt die längerfristige Größenordnung. Für aktuelle Rankings verwendet Schiffsradar.org jeweils die neueste standardisierte Hafenstatistik.

Zeitreihe

Entwicklung des Seegüterumschlags

Die standardisierte Zeitreihe zeigt die Entwicklung des Güterumschlags in Husum über mehrere Jahre und ermöglicht einen Vergleich mit anderen deutschen Hafenstandorten.

Seegüterumschlag – Husum

2015–2024
Vergleichen mit: Max. 2 zusätzliche Häfen

Jahreswerte

2015–2024
JahrWertVeränderungQuelle
2015 374.000 t Eurostat
2016 311.000 t -16,8 % Eurostat
2017 313.000 t +0,6 % Eurostat
2018 300.000 t -4,2 % Eurostat
2019 278.000 t -7,3 % Eurostat
2020 276.000 t -0,7 % Eurostat
2021 203.000 t -26,4 % Eurostat
2022 284.000 t +39,9 % Eurostat
2023 221.000 t -22,2 % Eurostat
2024 197.000 t -10,9 % Eurostat

Quelle: Eurostat

Quelle & Methodik

Diese Zeitreihe verwendet für jedes Jahr dieselbe standardisierte Ranking-Quellenlogik (ranking_de). Damit bleiben die Werte zwischen Häfen und Jahren methodisch vergleichbar. Materialisierte Jahreswerte aus Quartalsdaten werden nur verwendet, wenn der jeweilige Import eine vollständige Q1–Q4-TOTAL-Reihe validiert hat. Fehlende Jahre werden nicht als 0 ergänzt.

Bei kleineren Häfen können einzelne größere Schiffsladungen deutliche Schwankungen zwischen den Jahren verursachen.

Agrarlogistik

Futtermittel, Dünger und Agrarprodukte

Die Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft Nordfrieslands gehören zu den wichtigsten Nutzergruppen des Husumer Wirtschaftshafens.

Historisch bilden Getreide, Futtermittel und Dünger einen erheblichen Teil des Hafenumschlags. Große Siloanlagen prägen deshalb auch das Erscheinungsbild des Außenhafens.

Das Hafen- und Logistikkonzept Schleswig-Holstein zählt Husum zu den Agrarhäfen des Landes und hebt die Bedeutung der Schiffsanbindung für diese Massengüter hervor.

Auch bei der aktuellen Diskussion um die Vertiefung des Hafens verweist die regionale Hafenwirtschaft ausdrücklich auf die Bedeutung des Standorts für die Versorgung der schleswig-holsteinischen Milchwirtschaft.

Agrarhafen:
Husum übernimmt eine regionale Versorgungsfunktion für Landwirtschaft, Futtermittelwirtschaft und Lebensmittelproduktion.

Hafenanlagen

Außenhafen und Binnenhafen Husum

Die beiden Hafenbereiche unterscheiden sich deutlich in ihrer heutigen Nutzung.

Wirtschaft

Außenhafen

Der Außenhafen dient dem gewerblichen Güterumschlag, der Werftwirtschaft und weiteren maritimen Dienstleistungen.

Agrar

Silo- und Lageranlagen

Große Silos und Lageranlagen dienen insbesondere Getreide, Futtermitteln, Dünger und weiteren landwirtschaftlichen Produkten.

Freizeit

Binnenhafen

Der im Stadtzentrum gelegene Binnenhafen ist verpachtet und wird heute überwiegend für Freizeit- und touristische Zwecke genutzt.

Maritim

Werft- und Servicebereich

Im Außenhafen bestehen weiterhin maritime Reparatur-, Dock- und Servicefunktionen für unterschiedliche Schiffstypen.

Maritime Wirtschaft

Werft und Schiffsreparatur in Husum

Neben dem Güterumschlag erfüllt der Außenhafen eine wichtige Funktion für die regionale maritime Wirtschaft.

Im Zusammenhang mit der geplanten Vertiefung des Außenhafens hebt die Interessengemeinschaft Nordfriesische Häfen ausdrücklich den Erhalt der regionalen Dock- und Reparaturwerft als wichtigen wirtschaftlichen Faktor hervor.

Eine bessere nautische Erreichbarkeit hilft deshalb nicht nur dem Güterverkehr, sondern auch Schiffen, die Husum für Wartungs- oder Reparaturarbeiten anlaufen.

Nautische Entwicklung

Fahrrinne, Verschlickung und Vertiefung

Die nautische Erreichbarkeit ist derzeit eines der wichtigsten Zukunftsthemen des Husumer Wirtschaftshafens.

Die Zufahrt über die Husumer Au ist tideabhängig und unterliegt einer natürlichen Verschlickung. Dadurch sind regelmäßige Unterhaltungsbaggerungen erforderlich.

Im November 2025 begannen umfangreiche Baggerarbeiten. Dabei wurden rund 50 Zentimeter Schlick entfernt, um die ursprüngliche Fahrrinnentiefe von 3,50 Metern wiederherzustellen.

Bund, Land und Stadt investierten dafür zusammen rund 500.000 Euro.

Aktueller Stand 2026:
Das Land Schleswig-Holstein hat zusätzlich ein Konzept für eine Teil-Vertiefung des Husumer Außenhafens beauftragt.

Hafenentwicklung

Geplante Teil-Vertiefung des Außenhafens

Größere Schiffstiefgänge stellen den tideabhängigen Hafen zunehmend vor Herausforderungen.

Im August 2026 beauftragte das Verkehrsministerium den LKN.SH mit der Erarbeitung eines Konzepts für eine Teil-Vertiefung des Husumer Hafens.

Geprüft werden soll eine vertiefte Fahrrinne im Außenhafen zu verschiedenen Liegeplätzen. Dadurch sollen größere Schiffe besser erreichbar sein und sich die tideabhängigen Zeitfenster für Ein- und Ausfahrten verlängern.

Bestandteil der Planung sind neben Kosten und Bauablauf auch Auswirkungen auf den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, bestehende Bauwerke und rechtliche Vorgaben.

Die Teil-Vertiefung befindet sich derzeit in der Konzept- und Planungsphase. Ein konkreter Baubeginn oder Fertigstellungstermin steht noch nicht fest.

Schiffsverkehr

Schiffsanläufe im Hafen Husum

Frachtschiffe, Küstenmotorschiffe, Fischereifahrzeuge, Werftkunden und weitere maritime Einheiten prägen den Verkehr des Außenhafens.

Schiffsanläufe – Husum

2015–2024
Vergleichen mit: Max. 2 zusätzliche Häfen

Jahreswerte

2015–2024
JahrWertVeränderungQuelle
2015 203 calls Eurostat
2016 190 calls -6,4 % Eurostat
2017 169 calls -11,1 % Eurostat
2018 163 calls -3,6 % Eurostat
2019 149 calls -8,6 % Eurostat
2020 147 calls -1,3 % Eurostat
2021 107 calls -27,2 % Eurostat
2022 142 calls +32,7 % Eurostat
2023 121 calls -14,8 % Eurostat
2024 110 calls -9,1 % Eurostat

Quelle: Eurostat

Quelle & Methodik

Diese Zeitreihe verwendet für jedes Jahr dieselbe standardisierte Ranking-Quellenlogik (ranking_de). Damit bleiben die Werte zwischen Häfen und Jahren methodisch vergleichbar. Materialisierte Jahreswerte aus Quartalsdaten werden nur verwendet, wenn der jeweilige Import eine vollständige Q1–Q4-TOTAL-Reihe validiert hat. Fehlende Jahre werden nicht als 0 ergänzt.

Die Zahl der Schiffsbewegungen allein ist für Husum nur eingeschränkt aussagekräftig. Gütermenge, Schiffstyp und unterschiedliche maritime Nutzungen sollten zusätzlich berücksichtigt werden.

Hafenvergleich

Husum im Vergleich mit anderen deutschen Häfen

Husum gehört nicht zu den großen deutschen Seehäfen. Seine Bedeutung liegt in der regionalen Versorgung und in spezialisierten Wirtschafts- und Agrarverkehren.

Rankingpositionen

Positionen aus den standardisierten Rankingquellen; Profilwerte können davon methodisch abweichen.

#28
Seegüterumschlag
197.000 t
2024 · Eurostat
#35
Passagiere
1.000 passengers
2024 · Eurostat
#43
Schiffsanläufe
110 calls
2024 · Eurostat

Für kleinere schleswig-holsteinische Nordseehäfen ist insbesondere Büsum ein interessanter Vergleichsstandort.

Brunsbüttel besitzt dagegen eine deutlich größere industrielle Ausrichtung, während Husum stärker als regionaler Agrar- und Versorgungshafen funktioniert.

Fragen & Antworten

FAQ zum Hafen Husum

Wofür wird der Hafen Husum genutzt?

Der wirtschaftlich genutzte Außenhafen dient vor allem dem Umschlag von Futtermitteln, Dünger und Agrargütern sowie der Werft- und maritimen Wirtschaft.

Was ist der Unterschied zwischen Außenhafen und Binnenhafen?

Der Außenhafen wird gewerblich genutzt. Der innenstadtnahe Binnenhafen ist verpachtet und dient überwiegend Freizeit- und touristischen Nutzungen.

Welche Güter werden in Husum umgeschlagen?

Zu den wichtigsten Gütern gehören Futtermittel, Dünger, Getreide und weitere landwirtschaftliche Produkte.

Wie viel Güterumschlag hat Husum?

Das Hafen- und Logistikkonzept Schleswig-Holstein beschreibt für Husum langfristig ein vergleichsweise stabiles Umschlagvolumen von mehr als 300.000 Tonnen pro Jahr. Aktuelle Vergleichswerte werden auf Schiffsradar.org separat aus amtlichen Statistiken übernommen.

Wie tief ist die Zufahrt zum Husumer Hafen?

Ende 2025 wurde die ursprüngliche Fahrrinnentiefe der Husumer Au von 3,50 Metern durch Unterhaltungsbaggerungen wiederhergestellt.

Wird der Hafen Husum vertieft?

Das Land Schleswig-Holstein hat im August 2026 ein Konzept für eine Teil-Vertiefung des Außenhafens beauftragt. Die konkrete Umsetzung wird derzeit geprüft.

Welche Häfen sind mit Husum vergleichbar?

Besonders interessant ist Büsum. Beide Häfen liegen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste, besitzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.

Hafenprofile

Weitere Häfen vergleichen

Über die weiteren Hafenprofile lassen sich Kennzahlen,
Verkehrsentwicklung und Infrastruktur anderer Häfen mit
Husum vergleichen.

Statistiken

Husum in den deutschen Hafenstatistiken

Weitere Hafenvergleiche und Zeitreihen finden sich in den übergeordneten Statistikbereichen von Schiffsradar.org.

Datenbasis

Quellen und Methodik

Für Husum werden bevorzugt offizielle Angaben des Landes Schleswig-Holstein, des LKN.SH und der Stadt Husum sowie standardisierte amtliche Hafenstatistiken verwendet. Außen- und Binnenhafen werden entsprechend ihrer unterschiedlichen Nutzung getrennt betrachtet.